Nordgespr├Ąch 2012

Artenvielfalt und Landwirtschaft im Konflikt

SPD-Veranstaltung in Westerhorn mit viel Zuspruch bei der Suche nach L├Âsungen

Gef├Ąhrdet der zunehmende Anbau von Mais f├╝r Biogasanlagen die Artenvielfalt? Und wie kann ein gutes Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz aussehen? Diesen Fragen sind jetzt die SPD-Ortsvereine Westerhorn und Brande-H├Ârnerkirchen und der Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann mit einer Veranstaltung nachgegangen.

  

L├╝th, Dr. Rossmann, Kuhlmann, Skalski, Winter


Mit dem neuen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion f├╝r den Bereich nachwachsende Rohstoffe und Biomasse, Lars Winter, dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbands Lars Kuhlmann und Hans-J├Ârg L├╝th, der als stellvertretender Landesvorsitzender des BUND die Sicht der Umweltsch├╝tzer vortrug, hatten die Sozialdemokraten dabei f├╝r das allj├Ąhrliche ┬äNordgespr├Ąch┬ô ein stark besetztes Podium organisiert. Dass Rossmann und seine Parteifreunde bei der Themenwahl wieder einen Volltreffer gelandet hatten, zeigte die starke Resonanz auf die Einladung: Rund 50 Teilnehmer wollten sich bei der Veranstaltung im Westerhorner ┬äLindenhof┬ô informieren oder mitdiskutieren.


SPD-MdL Lars Winter machte dabei deutlich, dass die neue Regierungskoalition in Schleswig-Holstein zu Energiewende und Biogas steht. „Wir wollen aber auch die Biogaserzeugung so organisiert sehen, dass die Belange des Umweltschutzes und betroffener Anwohner berücksichtigt sind“, betonte Winter. „Dialog und Bürgermitbestimmung stehen für uns auch an dieser Stelle ganz oben.“
F├╝r Kreis-Bauernchef Lars Kuhlmann war gerade der Dialog ein gutes Stichwort. Er mahnte ein sch├Ąrferes Profil der SPD bei landwirtschaftspolitischen Fragen an und wies darauf hin, dass Mais beileibe nicht nur f├╝r Biogasanlagen angebaut werde, sondern gerade auch als Futtermittel f├╝r die Tierhaltung unverzichtbar sei und verst├Ąrkt nachgefragt werde. Nach seiner Darstellung ist absehbar, dass die G├╝lleverwertung den Einsatz von Mais f├╝r die Herstellung von Biogas den Rang ablaufen wird.
BUND-Diskutant L├╝th indes machte die Fehlf├Ârderung von Biogas durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG f├╝r die Ausweitung des Maisanbaus verantwortlich. ┬äAus umweltpolitischer Sicht ist Biogas aus Mais grunds├Ątzlich abzulehnen. Hier muss dringend umgesteuert werden┬ô, forderte der Natursch├╝tzer. Neben einer Energiewende, die im Dialog mit den Menschen umgesetzt werde, seien auch wirtschaftliche Alternativen f├╝r die Landwirte erforderlich, die jetzt auf Biogas und Maisanbau gesetzt h├Ątten.
In der anschlie├čenden Diskussion ging es streitbar, aber auch ausgesprochen fair zur Sache. So bekundeten Bef├╝rworter eines verbesserten Artenschutzes auch Verst├Ąndnis f├╝r die Situation der Landwirte, die in einem schwierigen Markt wirtschaftlich agieren m├╝ssten.
Im Schlusswort wies Gastgeber Ernst Dieter Rossmann noch einmal darauf hin, dass die SPD auch bei Biogas auf dezentrale kleinere Anlagen statt auf industrielle Gro├čanlagen setzt. ┬äIn Berlin ist es uns auch aus der Opposition heraus gelungen, bei der EEG-Novelle einige Fortschritte durchzusetzen┬ô, berichtete der Abgeordnete. ┬äAuch auf unsere Intervention hin wurde gegen├╝ber dem urspr├╝nglichen Entwurf die Verg├╝tung f├╝r Gro├čanlagen reduziert und eine neue, reine G├╝lleanlagenkategorie geschaffen. Damit ist jetzt ein Umsteuern von Mais auf Reststoffe m├Âglich.┬ô
Der Abgeordnete k├╝ndigte an, auch im n├Ąchsten Jahr wieder mit einer Veranstaltung im Nordkreis ein Thema des l├Ąndlichen Raumes aufzugreifen.

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